Vrsar | Mehr als Sonne und Meer
Der Legende nach erschuf Gott Istrien nach dem Vorbild des Paradieses – eine harmonische Verbindung aus grünen Landschaften und dem Meer. Begleitet vom Spiel der Wellen und dem Rauschen der Bäume entstand ein Ort, der seit jeher zum Verweilen einlädt. Einst Heimat von Mythen und Legenden, in der Feen, Riesen und Menschen nebeneinander existierten, zeigt sich Istrien heute von seiner ruhigen und gelassenen Seite.
Wer einmal nach Istrien kommt, kehrt immer wieder zurück – denn hier scheinen Wünsche greifbar und das Besondere ganz selbstverständlich.
Casa Bonazza bietet genau das – ein Zuhause auf Zeit, das man am liebsten nie wieder verlassen möchte.
Vrsar liegt in Istrien – einem Ort, an dem Schatten, Sonne und Meer zu einem besonderen Lebensgefühl verschmelzen. Die salzige Luft, das milde Klima und die natürliche Schönheit laden dazu ein, durchzuatmen und den Alltag hinter sich zu lassen.
Die gesamte Halbinsel wirkt wie ein natürlicher Rückzugsort, der Körper und Seele belebt. Ein Spaziergang durch die Landschaft fühlt sich an wie ein kleines Elixier der Erholung. Schon Reisende und Abenteurer wie Giacomo Casanova wussten den Reiz von Vrsar zu schätzen – seine verwinkelten Gassen bewahren bis heute einen Hauch dieser besonderen Geschichten.
Edo Murtić und Dušan Džamonja verbrachten ihre kreativsten Schaffensphasen in Vrsar – zeitlose Künstler, deren Werke noch heute Geschichten von Stein und Meer erzählen. Heute zählt Vrsar dank ihrer seit über 35 Jahren bestehenden Bildhauerkolonie, zu den Orten mit der höchsten Kunstdichte pro Einwohner und ist ein bedeutender Teil der zeitgenössischen Kunstszene.
Seien Sie neugierig – wir zeigen Ihnen verborgene Schätze und geben Ihnen wertvolle Empfehlungen, damit Sie Ihren ganz persönlichen Ort der Freiheit in Istrien finden. Oliven, Trüffel, Wein, Carpaccio sowie die einzigartige Verbindung von Stein und Meer begleiten Sie dabei ganz von selbst...
- AUSSICHTSPUNKTE VON VRSAR -
Erster unter Gleichen – der Aussichtspunkt unter der Baumkrone
Der schattenspendende Baum ist die Košćela, die istrische Ladonja, einst ein zentraler Treffpunkt des öffentlichen Lebens. Hier wurde gesprochen, entschieden, verhandelt und gefeiert; ein Ort der Begegnung, an dem kaum alle Platz im wohltuenden Schatten fanden. Man konnte sich unter der Ladonja auch zurückziehen und im Schatten verbergen.
Wer unter der Ladonja in Vrsar verweilt, bleibt gerne länger. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Kirche des heiligen Antonius von Padua, nach der dieser älteste Aussichtspunkt benannt ist. Dahinter liegen die kleinen Stadttore, und unweit davon blickt Giacomo Casanova – auf einer Bank sitzend – auf den Hafen von Vrsar, an dem er einst erstmals an Land ging.
Aussichtspunkt Casanova
Als Zeichen der Wertschätzung wurde einer der Aussichtspunkte von Vrsar nach Giacomo Casanova benannt, der die Stadt in seinem Werk „Historie de ma vie“
erwähnte. Eine Bank aus istrischem Stein mit zwei stilisierten Figuren lädt hier zum Verweilen ein. Von diesem Ort eröffnet sich ein Blick auf den Yachthafen und die Insel Sveti Juraj, die größte des Vrsar-Archipels. Casanova hielt sich auch im nahegelegenen Bale auf, wo heute eine Straße seinen Namen trägt – verbunden mit der Überlieferung einer Liaison im Palast Soardo-Bembo.
Aussichtspunkt Bepo und Tonina
Es erzählt von der langen Liebe zwischen Bepo und Tonina, in deren Marmorschoß man Platz nehmen und das Paradies von Vrsar erleben kann – mit der Gewissheit, dass es auch für jeden greifbar ist.
An diesem Aussichtspunkt findet zudem das Meer- und Gitarrenfestival statt, bei dem Vrsar-Serenaden erklingen.
Aussichtspunkt St. Martin
Er befindet sich hinter der Pfarrkirche und bietet einen Blick in Richtung Valkanela und des ehemaligen Steinbruchs Montraker. Vorbei an der Steinskulptur des Amor führt eine Treppe hinunter zum Aussichtspunkt Montraker auf dem Hügel des Steinbruchs.
Vrsar verfügt über insgesamt 8 Aussichtspunkte.
Zwei davon liegen im Wald Kontija mit Blick auf den Lim-Bucht, während sich der höchste Punkt am Glockenturm neben der Kirche des heiligen Martin befindet, von dem aus alle 18 Inseln des Vrsar-Archipels sichtbar sind.
Geschichte von Vrsar
In prähistorischer Zeit befand sich auf einem 54 Meter hohen Hügel, wo heute die Altstadt liegt, eine kleine histrische Höhensiedlung. Die Histrier, ein venezianisch-illyrischer Stamm, dem Istrien seinen Namen verdankt, gründeten hier als Erste Städte.
Der letzte histrische König Epulon leistete erbitterten Widerstand; der Überlieferung nach töteten seine Krieger sogar ihre eigenen Familien, um sie vor der römischen Gefangenschaft zu bewahren. Als kein Ausweg mehr blieb, nahm sich Epulon das Leben.
Zur Zeit des Römischen Reiches wurde das Küstengebiet zwischen dem heutigen Vrsar und Funtana Ursaria genannt – abgeleitet vom mediterranen Begriff „ur“ für Quelle. Vermutlich fand dieser Ausdruck Eingang in den Ortsnamen, da Seefahrer entlang dieser Küste bis zur Einfahrt in die Lim-Bucht Halt machten, um Frischwasser zu holen.
In römischen Quellen erscheint der Ort unter den Namen Ursaria, Ursarium, Vrsarium und Orsaria, aus denen sich die heutigen italienischen und kroatischen Bezeichnungen ableiten.
In der Spätantike entstand neben der Höhensiedlung eine Hafensiedlung mit Villen, einem Wellenbrecher und einer frühchristlichen Kirche, die zu Beginn des 7. Jahrhunderts bei slawisch-awarischen Angriffen zerstört wurde.
Von 983 bis 1772 stand Vrsar unter der Herrschaft der Bischöfe von Poreč. Seine Geschichte ist geprägt von wechselnden Einflüssen – von den Franken über Byzanz und Venedig bis hin zu Österreich-Ungarn, Italien und Jugoslawien.
- IN VRSAR -
Kirche der St. Foška
Die Kirche St. Foška wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet. Ihre Fassade im Renaissancestil wurde später um barocke Elemente ergänzt.
Über dem Portal befinden sich ein Rundfenster und ein Glockengiebel mit zwei Glocken – eine aus dem Jahr 1680, die andere aus dem 18. Jahrhundert. Das jüngere der beiden Glocken wurde während des Ersten Weltkriegs für Kriegszwecke abgenommen und 1922 durch eine neue ersetzt. Im Zweiten Weltkrieg wurden beide Glocken zwar entfernt, blieben jedoch unversehrt. Heute befinden sie sich in ihrem ursprünglichen Zustand im Glockenturm der Pfarrkirche St. Martin.
Im Inneren ist der Boden mit Steinplatten ausgelegt, in die Grabsteine mit lateinischen Inschriften eingelassen sind.
Östliches (Haupt-)Stadttor
Nur wenige Meter von der Kirche St. Foška entfernt befinden sich das östliche bzw. Hauptstadttor aus dem 13. Jahrhundert.
Das Tor ist mit einem schlichten halbkreisförmigen romanischen Bogen gestaltet. Auf der Innenseite sind steinerne und eiserne Ringe erhalten, an denen einst die hölzernen Torflügel befestigt waren.
Kastell
Das erste Kastell wurde vermutlich im 9. Jahrhundert errichtet, wobei unklar ist, ob es aus Holz oder Stein bestand. Im 12. Jahrhundert wird es erstmals als Castrum Ursariae erwähnt.
Im 13. Jahrhundert ließ Bischof Otto die Anlage in Stein neu errichten. Im 17. Jahrhundert wurde sie unter Bischof Adelasio erneuert, wobei die mittelalterliche Struktur erhalten blieb.
Das Kastell bestand aus einem zentralen, dreigeschossigen Palast mit Innenhof und Brunnen, umgeben von einer Ringmauer mit vier Ecktürmen und einem Wehrgang.
Im 19. Jahrhundert ging das Bauwerk in den Besitz der Patrizierfamilie Vergottini über und erhielt sein heutiges Erscheinungsbild. Die letzte umfassende Renovierung erfolgte im Jahr 2001.
Pfarrkirche St. Martin
Die dreischiffige Pfarrkirche St. Martin wurde aus Stein eines nahegelegenen Steinbruchs errichtet. Der Grundstein wurde 1804 gelegt, und die Bauarbeiten erfolgten zunächst von 1805 bis 1813 während der französischen Herrschaft in Istrien. Nach einer längeren Unterbrechung wurde der Bau 1927 wieder aufgenommen und 1935 vollendet.
Der Hauptaltar aus Holz wurde 2008 aus der Pfarrkirche St. Euphemia in Rovinj übernommen. Heute befindet sich darauf eine moderne Holzstatue des heiligen Martin.
Glockenturm und ausgestellte Kirchenglocken
Neben der Kirche steht ein freistehender, 40 Meter hoher Glockenturm aus dem Jahr 1991. Im Inneren sind sechs historische Kirchenglocken ausgestellt, die nicht mehr in Gebrauch sind – darunter auch zwei Glocken aus der Kirche St. Foška.
Kirche St. Maria vom Meer
Am Ausgang der 2001 eröffneten Marina von Vrsar, auf der linken Seite, befindet sich die dreischiffige romanische Kirche St. Maria vom Meer. Mit ihren beeindruckenden Ausmaßen von 24,5 × 12,5 Metern erinnert sie in ihrer Monumentalität an frühchristliche Kirchen.
Die Kirche St. Maria vom Meer wurde im 8. Jahrhundert auf den Überresten eines römischen Bauwerks errichtet, vermutlich einer Villa oder eines ländlichen Anwesens. Ihr heutiges Erscheinungsbild mit drei apsidialen Abschlüssen, romanischen Arkaden und monolithischen Säulen erhielt sie im 12. Jahrhundert. Die Innenwände waren einst mit Fresken geschmückt, die heute nur noch in Resten erkennbar sind. Sie entstanden in zwei Phasen – erstmals im 9. oder 10. Jahrhundert und ein weiteres Mal im 16. Jahrhundert. Die Kirche wurde mehrfach restauriert, zuletzt 1969. Ehemals befand sich rund um die Kirche ein Friedhof, von dem heute nur noch Spuren entlang der nördlichen Mauer sichtbar sind. In unmittelbarer Nähe liegen die Überreste eines ehemaligen Karmeliterklosters, das bis ins 14. Jahrhundert genutzt wurde. Im 17. Jahrhundert wurde es kurzzeitig von Franziskanern bewohnt, die es jedoch bald wieder verließen. Erhalten geblieben ist heute nur noch die Fassade. In der Umgebung befinden sich zudem die Überreste einer frühchristlichen Kirche, die heute jedoch von Erdschichten bedeckt und nicht sichtbar sind.
Kirche St. Anton von Padua
Die renaissancezeitliche Kirche St. Antonius von Padua ist ein einschiffiger Bau mit Vorhalle und Glockengiebel und wurde 1656 errichtet. Im Jahr 2010 wurde sie umfassend restauriert. Im Inneren befindet sich ein barocker Holzaltar.
Kleine Stadttore
Unweit der Kirche des Heiligen Antonius von Padua befindet sich ein kleines Stadttor aus dem späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert.
Die Türen besitzen noch alte Holzrahmen, die zu den ältesten in Istrien zählen.
- GRÜNER VRSAR -
LIM-BUCHT
Die Lim-Bucht zählt zu den bedeutendsten Naturattraktionen Istriens. Sie erstreckt sich zwischen den Städten Rovinj und Vrsar und entstand aus einer versunkenen Flussmündung. Die Bucht ist bis zu 12,8 Kilometer lang, zwischen 200 und 600 Meter breit und erreicht im mittleren Bereich eine Tiefe von rund 30 Metern. Umgeben wird sie von bis zu 200 Meter hohen, bewaldeten Hügeln. Seit dem Jahr 1980 steht die Lim-Bucht unter besonderem Meeresschutz.
Die Lim-Bucht ist auch für die Romuald-Höhle bekannt, deren nur etwa einen halben Meter hoher Eingang sich auf einer Höhe von 120 Metern über dem Meeresspiegel befindet. Hinter diesem kleinen Eingang eröffnet sich eine etwa 6 Meter hohe und 105 Meter lange Haupthalle. Die Höhle ist bekannt dafür, dass die Höhlenschmuckformationen ausschließlich ihre linke Seite zieren, sowie dafür, dass der Heilige Romuald aus dem 10. Jahrhundert – dessen Gedenktag am 19. Juni begangen wird – hier Zuflucht fand. Die Höhle ist außerdem als Lebensraum einer geschützten Kolonie der Fledermausart Myotis myotis bekannt, eine der letzten ihrer Art in Europa, sowie des sogenannten Romuald-Laufkäfers, einer endemischen Insektenart, die ausschließlich in istrischen Höhlen vorkommt. In der Bucht befindet sich zudem eine weitere Höhle, die Lumbard-Höhle oder auch Piratenhöhle genannt wird, die mit der Legende des Piraten Henry Morgan verbunden ist. Der Überlieferung zufolge soll er sich dort gemeinsam mit seiner Beute versteckt haben. Heute befindet sich an dieser Stelle die „Piratenbar“, die entweder vom Meer aus oder über einen ausgebauten Wanderweg erreichbar ist: piratecave.net/.
Die Lim-Bucht zeichnet sich auch durch seine besondere Wasserzusammensetzung aus. Er ist reich an Unterwasserquellen und Plankton und stellt ein ideales Gebiet für die Zucht von Muscheln, Miesmuscheln und Austern dar. In der Lim-Bucht wurden zudem zwei Wikingerfilme gedreht – in den Jahren 1958 und 1964 – mit den Hauptdarstellern Kirk Douglas und Tony Curtis.
KONTIJA-WALD
Der Wald Kontija liegt zwischen den Ortschaften Kloštar, Gradina und Flengi und erstreckt sich über eine Fläche von 65 Hektar. Er zeichnet sich durch zahlreiche attraktive Ausflugsziele sowie gut ausgebaute Wander- und Radwege aus. Die vorherrschende Vegetation besteht aus etwa 150 Jahre alten Hainbuchen. Seit dem Jahr 1964 steht das Gebiet als gleichnamiges Waldreservat unter Schutz. Die natürliche Umgebung stellt eine Oase der Ruhe dar und ist ideal geeignet für Spaziergänge, Tagesausflüge, Freizeitradfahren sowie einen entspannten Aufenthalt in der Natur. Durch den Wald verläuft ein Netz von Schotterwegen sowie insgesamt 141 Grenzmarkierungen aus der österreichischen Zeit. Am Waldrand befindet sich zudem das Wissenschafts- und Bildungszentrum ZEC Kontija. Das Zentrum wurde an der Stelle eines ehemaligen verfallenen Landgutes errichtet und ist als Ort der Bildung für neue Generationen von Wissenschaftlern, die lokale Bevölkerung, Touristen und Besucher konzipiert.
Innerhalb des Waldgebiets liegt auch die prähistorische Siedlung Mukaba, von der sich einer der schönsten natürlichen Aussichtspunkte auf die Lim-Bucht, die Kirche der Heiligen Euphemia, Vrsar sowie die vorgelagerten Inseln bietet. Auf Mukaba wurde zudem eine Aussichtsplattform errichtet. Das Gebiet ist auch als Jagdrevier ausgewiesen und verfügt über ein Jagdhaus. Ein weit verzweigtes Wegenetz verbindet bedeutende und wertvolle Lokalitäten wie St. Michael über der Lim-Bucht, die Lim-Bucht, Mukaba sowie die karstige Hochebene rund um den Flugplatz von Vrsar, die sich oberhalb der Lim-Bucht erstreckt. In der Umgebung der Siedlung Mukaba wurden außerdem Einrichtungen für Ausflügler geschaffen.
VRSAR | Pet Friendly
In Vrsar haben sogar Katzen ihre eigenen Unterkünfte direkt am Meer.
I
In der Marina Vrsar gibt es insgesamt 6 Katzenhäuser. Das Füttern ist ausschließlich in dem dafür vorgesehenen und gekennzeichneten Bereich an der Promenade erlaubt. An anderen Orten, insbesondere auf dem Parkplatz, ist es untersagt, um Verletzungen zu vermeiden. Spenden in Form von Katzenfutter sind herzlich willkommen. Dieses Projekt wird von den lokalen Behörden, der Marina und der Gemeinde Vrsar unterstützt.
Vrsar gilt insgesamt als besonders tierfreundlich. Kaum anderswo sieht man so viele Hunde an Stränden und in Restaurants, die gemeinsam mit ihren Besitzern den Sommer genießen. Hunde sind nahezu überall willkommen und werden gern angenommen. Häufig wird dem Tier sogar zuerst ein Wassernapf gebracht, bevor die Gäste nach ihren Getränken gefragt werden. Neben der Marina Montraker gibt es selbstverständlich auch einen Hundestrand, ebenso wie auf dem Campingplatz Porto Sole.
Interessante Fakten
- Die erste touristische Saison in Vrsar begann am 1. Juni 1957.
- Die erste kommerzielle FKK-Anlage Europas nach dem Zweiten Weltkrieg entstand 1961 auf der Insel Koversada.
- Aus Vrsar wurde Stein nach Italien transportiert, um venezianische Paläste, Kirchen und Brücken zu errichten, während Eichenholz aus dem Tal des Flusses Mirna für den Bau Venedigs verwendet wurde.
- In der Mauer des kleinen Stadttors, direkt über dem Eingang zur Altstadt, befindet sich eine Kugel, die aus einer der Kanonen Napoleons abgefeuert wurde.
- Vrsar ist weltweit der einzige Ort mit einem Denkmal zu Ehren von Casanova.
- Die Steinskulpturen an der Uferpromenade von Vrsar dienen als Poller zum Festmachen von Booten.
Vrsar Amaretti
Wenn Sie in Vrsar nach einem traditionellen Rezept suchen, dann sind es die Amaretti. Sie werden hier nicht aus Mandeln, sondern aus Haselnüssen, Eiern und Zucker hergestellt. Bis vor Kurzem gab es im Gebiet von Vrsar zahlreiche Haselnussplantagen, im Gegensatz zu den bekannteren italienischen Amaretti, deren Hauptzutat Mandeln sind. Verwendet wird die längliche istrische Haselnusssorte, die sich laut älteren Einwohnern leichter schälen ließ als die runde Variante. Das einfache Rezept beeindruckt zunächst niemanden – doch wenn die Amaretti einmal fertig sind, fällt es schwer, mit dem Essen aufzuhören. In Vrsar gibt es sogar eine kleine Herausforderung, die kaum jemand besteht: nämlich nur ein einziges Vrsarer Amaret zu essen.
Zu den traditionellen süßen Spezialitäten Istriens zählen außerdem Cukerančići und Hroštule.
Die „Tage der Amaretti“, eine Boutique-Veranstaltung, die diesem traditionellen Gebäck als Träger lokaler Geschichten und Geschmäcker gewidmet ist, finden jedes Jahr im September in Vrsar statt. Die Veranstaltung verbindet Gastronomie, Tradition und Kreativität und bewahrt die Geschichte der Vrsarer Amaretti, indem sie von traditionellen Herstellungsweisen bis hin zu modernen Interpretationen an neue Generationen weitergegeben wird.
- REISEZIELE IN DER NÄHE -
POREČ | 10 km von Vrsar
Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie istrische Städte zunächst vom Meer aus erleben.
In Poreč können Sie zudem das Lied „La mula de Parenzo“ hören, während Sie die Euphrasius-Basilika, die Altstadt, den Marafor-Platz erkunden und im Romanischen Haus nach den Überresten der Stadt suchen, die die Römer im 1. Jahrhundert vor Christus gegründet haben. Der dekorative Brunnen auf dem Marafor-Platz stammt aus dem Jahr 1909 und zeigt einen Jungen, der mit zwei Fischen spielt, aus deren Mündern Wasser sprudelt. Damit wurde erstmals Wasser zu dekorativen Zwecken im öffentlichen Raum von Poreč eingesetzt.
Für den Glanz des antiken Poreč sorgte im 2. Jahrhundert der Vizeadmiral der ravennatischen Flotte, Titus Abudius Verus. Er lebte in der Stadt, ließ zahlreiche Tempel erneuern und baute einen Hafen mit Anlegestelle. Die Euphrasius-Basilika wurde in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.
Interessant ist auch, dass das Kastell in Vrsar als Sommerresidenz der Porečer Bischöfe diente. Die Grafschaft Vrsar war das größte, bedeutendste und ertragreichste Gut des Poreč Bistums. Viele Jahre später, im Jahr 1961, gründete der aus Vrsar stammende Maler Edo Murtić die „Poreč Annalen“, eine Sammelausstellung bildender Künstler.
ROVINJ | 25 km von Vrsar
Aus dem Fenster der Casa Bonazza sieht man den über 60 Meter hohen Glockenturm.
Am 13. Juli des Jahres 800 brachte das Meer einen Sarkophag aus dem damaligen Konstantinopel an die Küste. Nicht starke Männer zogen ihn an Land, sondern ein schwacher, schmächtiger Junge mit seinen zwei Kühen. In dem Sarkophag befand sich der Leichnam der Heiligen Euphemia. Die Bewohner der Stadt erklärten sie zu ihrer Schutzpatronin, benannten den Hügel nach ihr und errichteten eine Kirche.
Auf deren Spitze befindet sich eine Wetterfahne in Form der Heiligen Euphemia, die sich im Wind dreht und mit ihm „tanzt“, während sie zugleich die Einwohner von Rovinj beschützt.
PULA | 45 km von Vrsar
Die Feen tanzten und streiften nachts durch Istrien, damit sie von den anderen Bewohnern nicht gesehen wurden. Sollte sie dennoch jemand erblicken, kündigten sie keine Unglücke an, sondern schenkten lediglich Glück. Sie waren auch geschickte Baumeisterinnen und errichteten unter dem Schutz der Nacht die Arena von Pula. Den Stein brachten sie vom Učka-Gebirge herbei und setzten ihn tanzend im Kreis zusammen. Mit dem ersten Hahnenschrei verschwanden die Feen, sodass das Bauwerk unvollendet blieb und die Steine entlang des Weges verstreut zurückblieben, auf dem sie gegangen waren.
Eine andere Legende besagt, dass die Arena zu Ehren der schönsten Frau jener Zeit, Antonia Cenida, die Geliebte von Kaiser Vespasian war, errichtet wurde. Die Arena trotzt bis heute der Zeit. In Pula befinden sich zudem der Augustus-Tempel und das Forum sowie das Goldene Tor bzw. Herkulestor, das älteste Denkmal der Stadt aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Sehenswert sind auch die unterirdischen Tunnel, die Zerostraße.
Pula brachte zudem mit Mate Parlov einen Boxweltmeister hervor. In dem ehemaligen Staat galt einst die Regel, dass man sich mit nur zwei Personen nicht anlegen sollte: Tito und Mate Parlov.
Pula ist die größte Stadt Istriens und Austragungsort eines Filmfestivals, das 1954 als „Schau des einheimischen Films“ gegründet wurde. Der berühmte Schriftsteller James Joyce unterrichtete zudem Englisch in Pula.
BRIONI | 40 km und 15 Minuten mit dem Boot von Vrsar
Auf den Brijuni-Inseln erfahren Sie alles über die Bewegung der Blockfreien Staaten, die gerade in Istrien entstand. Eine kleine Bahn führt Sie durch den Safaripark, wo Sie Koki, den Papagei und Liebling von Tito, kennenlernen und Spuren menschlichen Lebens aus der Steinzeit entdecken können.
Einst vergnügte sich die europäische Aristokratie beim Golfspiel auf einem Platz, der im Jahr 1922 der größte Europas war. Auf Brijuni verbrachten unter anderem Richard Strauss, Gustav Klimt, Thomas Mann, Richard Burton und Sophia Loren ihren Urlaub – und auch Sie können es ihnen gleichtun.
Die Inseln sind zudem Heimat des ältesten Olivenbaums im Mittelmeerraum, der über 1600 Jahre alt ist. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen außerdem das Archäologische Museum, die Kirche des Heiligen Germanus sowie Titos Cadillac aus dem Jahr 1953.
RIJEKA | 90 km von Vrsar
Die Stadt Rijeka, die „Stadt, die fließt“ und zugleich größte Hafenstadt Kroatiens verfügte bereits im Jahr 1903 über eine direkte Verbindung nach New York. Dynamisch und energiegeladen regt Rijeka ihre Bewohner zur Aktivität an – die Stadt steht nie still, sondern entwickelt sich ständig weiter.
Sie ist von fließendem Reichtum umgeben: Durch die Stadt fließt der Fluss Rječina ebenso wie etwa zwanzig weitere, heute größtenteils überdeckte Bäche. Der Reichtum an Trinkwasser direkt am Meer zog seit jeher Menschen „an den Fluss“ – daher der Name der Stadt.
Entlang dieser Wasserläufe entstanden zahlreiche Industrien: Zucker-, Seil-, Papier- und Zigarettenfabriken sowie die bekannteste unter ihnen – die Torpedofabrik, die erste ihrer Art weltweit.
Rijeka verfügt über ein städtisches Puppentheater sowie das Kinderfestival „Tobogan“ (Rutsche) mit Aufführungen und Workshops und zählt zu den ersten Städten, die den Titel „kinderfreundliche Stadt“ erhielten. Zudem findet hier das internationale Festival für Weltmusik und Gastronomie „Porto Etno“ statt.
Das Astronomische Zentrum ist das erste und einzige in Kroatien, das eine Sternwarte und ein digitales Planetarium vereint. Ein besonderes Highlight ist das Schiff „Galeb“, bekannt als Titos schwimmende Residenz, auf dem die Bewegung der Blockfreien Staaten gegründet wurde.
Neben den vier Jahreszeiten kennt Rijeka auch eine fünfte – die Karnevalszeit. Der Karnevalsumzug zählt zu den größten in Europa, und die Halubje-Glockenträger sind in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in Rijeka einer der ersten Tierfriedhöfe Europas eröffnet. Im Gebäude des Rijeka-Theaters aus dem Jahr 1765 können Sie nicht nur Aufführungen genießen, sondern auch die Deckenmalereien von Gustav und Ernst Klimt bewundern.
Der Husar, einer der ersten Diskoclubs in diesem Teil Europas, wurde 1957 in Rijeka eröffnet. Schutzpatron der Stadt ist der Heilige Vitus.
ENTFERNUNGEN
- Novigrad 21km
- Kopar 65km
- Trieste 80km
- Ljubljana 160km
- Venezia 260km
- Zagreb 290km
- Milano 490km
- Vienna 540km
- Munich 600km
- Budapest 600km
- Beograd 640km
- Bratislava 650km
- Prague 800km
- Frakfurt 950km
- Amsterdam 1400km